Bild2a
BuiltWithNOF
Bosatsu-Statuen

Die Bosatsu-Statuen (Bodhisattwa)

Bodhisattwa bedeutet urtümlich „das die Erleuchtung anstrebende Wesen“. Kurz nach der Gründung des Buddhismus wies der Begriff Bodhisattwa allein auf den Shakjamuni hin, der noch keine Erleuchtung erlangt hatte. Aber später entwickelte sich der Buddhismus in vielfache Richtungen. Während außer Gautama siddhaartha viele verschiedene Tathagatas erfunden wurden, entstand nun auch viele Bodhisattwas. Der Bodhisattwa begleitet den Tathagata überall hin und führt bei ihm seine Übungen durch, um schließlich die Erleuchtung zu erlangen. Er hilft dem Tathagata außerdem bei seiner Arbeit und der Erfüllung seiner Aufgabe.

Die Bodhisattwa-Statuen zeichnen sich durch folgende Art und Weise aus: Sie tragen viele Schmuckstücke, zum Beispiel Armbänder, Halsketten, und oft eine Krone auf ihrem Kopf. Sie frisieren sich ihre Haare hoch. Dies Zurschaustellung von Schmuck soll zum Ausdruck bringen, dass der Bodhisattwa immer noch mit der irdischen Welt verbunden ist.

 

(1). Die Statuen von Kannon Bosatsu (Avalokitesvara)

Der Avalokitesvara ist in Japan die populärste und häufigste Figur der Bodhisattwas. Avolokitesvara beobachtet die leidenden Menschen und errettet sie, egal in welchen Schwierigkeiten sie geraten sind. Er lindert Leiden, Kummer und Qual. Avolokitesvara soll sich dabei in 33 verschiedene Gestalten wandeln können. Avalokitesvara wird auch „ der Bodhisattwa des Mitleides“ genannt.

Welche Merkmale haben die Statuen: Die Grundform der Fogur beruht auf dem jungen Shakjamuni, der noch nicht zum Mönch geworden war. Entsprechend seiner reichen Herkunft tragen sie meistens eine Adelskrone, eine oder zwei Schärpen und ein paar Schmuckstücke. Auf der vorderen Seite der Krone ist oft eine kleine Buddhastatue zu sehen, die den BhaiSajya-guru darstellt. Die meisten Statuen von Avalokitesvara nehmen eine stehende Pose ein und sind oft über 10 Meter hoch. Sie haben eine Vase in ihren linken Hand und eine Lotosblume in der rechten.

 

(2). Die Statuen von Jyuichimen Kannon Bosatsu (Ekadaza mukha)

Ekadaza bedeutet „elf“ und mukha bedeutet „Gesicht“. Die Statuen von Ekadaza mukha stellten das erste Beispiel des sich wandelnden Avalokitesvaras dar. Der Ekadaza mukha entstand unter dem starken Einfluss des Hinduismus. Beim Hinduismus gibt es auch einen Gott, der elf Gesichter hat. Der Gott heißt Shiva, er ist der Gott der Rettung und gleichzeitig der Gott der Vernichtung.

Die Statuen von Ekadaza mukha haben oft insgesamt 12 Gesichter, 11 Gesichter oben auf dem Kopf und ein Hauptgesicht. Wenn man alle Gesichter genau betrachtet, findet man außer ruhigen und friedfertigen Gesichtsminen, auch schimpfende, drohende oder lachende Gesichter dargestellt. Auf der Vorderseite sind die friedfertigen Gesichter zu sehen. Auf der linken Seite kann man ein paar schimpfende Gesichter, auf der rechten Seite ein paar drohende Gesichter und auf der Hinterseite ein lachendes Gesicht finden.

Diese Vielfältigkeit der Gesichter symbolisiert die Vielfältigkeit der Tugenden Ekadaza mukhas. Um dazustellen, dass Ekadaza mukha allen Menschen seine Aufmerksamkeit schenkt, blicken die Gesichter in alle Richtungen.

 

(3). Die Statuen von Senju Kannon Bosatsu (Sahasrabhuja)

Sahasrabhuja entstand auch unter dem Einfluss des Hinduismus und geht auf Shiva zurück.

Sahasrabhuja heißt wörtlich „tausende Hände“. Mit tausenden Händen und tausend Augen, die sich auf den Handflächen befinden, stellen die Statuen von Sahasrabhuja die Tugend der Großzügigkeit dar. Sie nehmen mit ihren Händen Leiden, Qual und Kummer von allen Menschen und führen die Menschen zur Lehre.

Sie haben aber meistens nur 42 Hände, statt tausend Hände. Auf beiden Seiten der Figur gibt es jeweils 20 Zusatz-Hände und 2 normale Hände. Man denkt, dass Sahasrabhuja mit einer Hand 25 Wesen retten kann, mit seinen 40 seitlichen Händen kann er also 1000 Wesen aus ihrer Not erlösen. Weitere Merkmale der Statuen von Sahasrabhuja: die zwei normalen Hände sind zum Gebet gefaltet, in den anderen 40 Händen werden unterschiedliche Gegenstände gehalten, zum Beispiel: ein Priesterstab, ein Rosenkranz, ein seidenes Tau, ein Schwert und eine Lotosblume und so weiter. Ihre Gesichter ähneln denen von Ekadaza mukha, manche von ihnen haben sogar 27 Gesichter.

 

(4). Die Statuen von Bato Kannon Bosatsu (Hayagriva)

Hayagriva ist auch ein Beispiel eines sich wandelnden Bodhisattwas. Man sagt, dass der Hayagriva die Verkörperung des Visnus ist, einer der drei größten Götter des Hinduismus. Vishnu verwandelte sich in ein Pferd, um die bösen Geiste zu vernichten, die die heilige Bibel des Hinduismus gestohlen hatten.

Das auffälligste Merkmal der Statuen des Hayagrivas: Ihre Angst einflößenden Gesichter, mit weit geöffneten Augen und nach außen zeigenden Fangzähnen, sie stellen Köpfe von Pferden dar. Die Statuen von Hayagrivas bestehen oft aus 3 Gesichtern und 8 Händen. 2 Hände vor der Brust in eine besondere Haltung gebracht, ist nur beim Hayagriva zu sehen. Durch diese Haltung treibt Hayagriva die bösen Geister in die Flucht. In den Händen hat er zum Beispiel einen Rosenkranz, eine Schwert oder ein Beil.

Es gibt sowohl stehende Statuen als auch sitzende Figuren. Manche von ihnen sitzen sogar auf einem Büffel. In Japan, besonders in der Kamakura-Zeit wurde Hayagrivas als diejenigen Götter verehrt, der für die Sicherung des Verkehrs verantwortlich waren.

 

(5). Die Statuen von Miroku Bosatsu (Maitreya)

Maitreya bedeutet „das Wesen, das aus der Barmherzigkeit geboren ist“.

Maitreya lebte wirklich. Er stammte aus einer Familie, die zur höchsten Kaste gehörte. Er war ein Schüler des Shakjamunis und verstand sofort, was die Predigt Shakjamunis bedeutete. Shakjamuni war wegen seines Begriffsvermögens sehr begeistert und sagte vorher, dass Maitreya in der Zukunft ohne Frage zum Tathagata werde.

Maitreya bewohnt den Himmel, der sich über Sumeru befindet, wo viele Götter wohnen. Maitreya hält diesen Göttern Predigten und wartet auf den Zeitpunkt, wo er auf diese Welt zurückommt und endlich zum Tathagata wird. Man sagt, dass der Zeitpunkt auf das 5,670,000,000-te Jahr fällt, nachdem Shakjamuni gestorben ist. Zu diesem Zeitpunkt steigt Maitreya zu uns, wird zu einem Tathagata und rettet die Menschen, die Shakjamuni nicht retten konnte.

Maitreya wurde noch nicht zum Tathagata, also ist er noch Bodhisattwa. Aber Shakjamuni gab ihm das Versprechen, dass er zu einem werde. Dewegen gibt es zwei Typen Statuen Maitreyas. Ein Typ wird in der Form eines Tathagatas, der andere Typ wird in der Form eines Bodhisattwas errichtet. Die bekannteste Statue von Maitreya gehört zum Koryuji-Tempel in Kyoto. Die Statue hat die Gestalt eines Bodhisattwa. Er sitzt auf einem Stuhl, den rechten Fuss auf das rechte Knie gestellt. Die rechte Hand leicht gehoben und mit den Fingern berührt er seine Backe. Diese Form der Statue stellt Maitreya im Gedanken dar, wie er die Menschheit retten soll. Die Statuen, die in der Tathagata Form errichtet wurden, haben viele Gemeinsamkeiten mit den Statuen von Gautama siddhaartha.

 

(6). Die Statuen von Monju Bosatsu (Manjushri)

Manjushri ist als der Gott der Weisheit bekannt. Über seine Herkunft gibt es mehrere Ansichten. Manjushri wird als der weiseste und verständigste Bodhisattwa betrachtet. Seine Weisheit ist vollkommen, weil er alle Dinge objektiv beurteilen kann. Die Statuen Manjushris haben kein ausschließliches Muster. Aber die meisten von ihnen sitzen auf einem lotosförmigen Untersatz, der auf dem Rücken eines Löwen liegt. Der Löwe stellt ein heiliges Tier dar, das das Böse mit seiner Gewalt unterwirft und die Menschheit aufklärt. Der Manjushri sitzt entweder im Schneidersitz oder mit einem Fuß nach unten. Er hat ein Schwert in seiner rechten Hand, dessen Schärfe seine überragende Weisheit andeutet. In der linken Hand hat er oft eine Schriftrolle, auf der das Sutra geschrieben ist. Diese Schriftrolle symbolisiert seine Weisheit selbst. Sein Haar wird in einem oder in ein paar Knoten getragen. Der Manjushri befindet sich als Begleiter auf der linken Seite vom Gautama siddhaartha und hilft ihm bei der Verbreitung seiner Lehre.

 

(7). Die Statuen von Fugen Bosatsu (Samantabhadra)

Samanta bedeutet „über die ganze Welt“, bhadra bedeutet „die Weisheit“ oder „das Glück“. Man nimmt an, dass der Samantabhadra Glück nach allen Richtungen bringt. Er verwaltet die Barmherzigkeit, den Verstand und besonders die Fähigkeit für vernunftgemäßs Handeln. Samantabhadra reitet auf einem weißen Elefanten, der sechs Fangzähne hat. Der Elefant hat einen Lotosförmigen Untersatz auf seinem Rücken, auf dem Samantabhadra Platz nimmt. Er sitzt im Schneidersitz und faltet die Hände zum Gebet. Diese Form beruht auf der Lehre der Hokke-Schule. In der Hokke Schule predigt Samantabhadra, dass Frauen auch zu einem Buddha werden können. In der herkömmlichen buddhistischen Lehre dachte man, dass die Sünden der Frauen unvergleichbar tiefer als die des Mannes sind. Deswegen hatten Frauen keine Chance, die Erleuchtung zu erreichen. Aus diesem Grund war der Samantabhadra bei Frauen besonders beliebt.

Samantabhadra ist auch ein Begleiter des Gautama siddhaarthas. Er steht auf seiner rechten Seite von ihm und unterstützt ihn mit dem Manjushri zusammen. Nach der buddhistischen Lehre ist es ideal, wenn man sowohl Weisheit als auch Handlungskraft besitzt. Deswegen wird der Samantabhadra sehr oft mit dem Manjushri als Begleiter des Gautama siddhaarthas zusammengestellt.

Wie Manjushri steht Samantabhadra mit der esoterischen Schule des Buddhismus in einer engen Verbindung. Dadurch entstanden viele Variationen der Form des Samantabhadras.

 

(8). Die Statuen von Nikko Bosatsu und Gakkou Bosatsu (Suryaprabha und Candraprabha)

Die Statuen Suryaprabhas und Candraprabhas tretetn ausschließlich als Begleiter von BhaiSajya-guru auf. Sie übertreffen alle anderen Bodhisattwas in der Tugend und sie helfen dem BhaiSajya-guru bei der Heilung der Kranken. Nach einer Ansicht waren sie die Kinder des BhaiSaja-gurus.

Auf der linken Seite des BhaiSajya-guru steht Suryaprabha, das Symbol der Sonne. Die Statuen tragen eine stark verzierte Krone, in den linken Händen haben sie einen Lotos, auf dem Stängel ein rundes Brett, die die Sonne darstellt. Das Brett hat oft eine goldene Farbe, manchmal ist es aber auch rot. Ihre rechten Hände lassen sie seitlich am Körper herabhängen.

Candraprabha, der den Mondschein symbolisiert, steht auf der rechten Seite. Die Statuen des Candraprabhas tragen auch eine prächtige Krone und in den rechten Händen haben sie einen Lotos. Das Brett, das sie haben, deutet auf den Mond hin. Es hat oft eine silberne Farbe und ab und zu ist es weiß. Ihre linken Hände hängen an der Seite des Körpers herab.

 

(9). Die Statuen von Jizo Bosatsu (Ksiti gbarbha)

Ksiti bedeutet „Erde“, gbarbha bedeutet „Gebärmutter“ oder „im Mutterleib sein“. Der Ksiti gbarbha besitzt die Lebenskraft und den Segen, die die Erde zur Verfügung stellt.

Nachdem die indischen Götter in der buddhistischen Lehre eingeführt worden waren, wurden die Statuen des Ksiti gbarbhas in menschlicher Form errichtet. In den rechten Händen haben seine Statuen oft einen Stock, auf dessen oberem Ende ein paar Ringe sitzen. Der Stock stellt dar, dass der Ksiti gbarbha überallhin wandert, um die Menschheit zu retten. In den linken Händen haben sie häufig einen edlen Ball oder einen Rosenkranz. Damit erfüllt der Ksiti gbarbha unsere Wünsche. Seine Gestalt, die einem Mönch ählich ist, zog die Menschen einfach zu ihm hin und der Ksiti gbarbha gewann sehr viele Anhänger auch in Japan. Seine besonderen Fähigkeiten, den Menschen das Leben zu retten oder die Kinder aufwachsen zu lassen wurden im einfachen Volk sehr verehrt. Deswegen sind viele Statuen vom Ksiti gbarbha oft auf den Straßen oder an den Eingängen eines Dorfs zu sehen. Nach der Überlieferung, bat Shakjamuni Ksiti gbarbha darum, dass er diese Welt vor allen Untugenden, 

Katastrophen und Unordnungen schützen solle, bis Maitreya 5,670,000,000 Jahre nach dem Tod Shakjamunis aufersteht und die Menschen rettet. Ksiti gbarbha hält sein Wort immer noch und vollführt seine Aufgabe.

In der buddhistischen Lehre wird gesagt, dass die irdische Welt aus sechs verschiedenen Welten besteht. (Hölle, Hungerleiden, Teufelei, Kampf, Mensch, und Himmel). Wenn wir sterben, ohne eine Erleuchtung zu erlangen, werden wir auf einer anderen Welt wieder geboren, je nach unserer Leistung des vorigen Lebens. Man denkt, dass es auf jeder Welt einen Schutzgott gibt und Ksiti gbarbha, dessen Aufgabe der Schutz dieser Welt ist, hält die Spitzposition aller Götter.

In Japan findet man oft Statuen mit einer roten Schürze, manchmal in einem Schrein und manchmal einfach auf Nebenwegen. Solche Statuen beruhen auf dieser Überlieferung. Wenn Kinder in frühen Jahren sterben, betrübt das ihre Eltern. Deswegen müssen diese Kinder wegen Pietätlosigkeit ihren Eltern gegenüber vom Ksiti gbarbha bestraft werden. Aber Ksiti gbarbha übernimmt gleichzeitig die weitere Erziehung der Kinder. Die Eltern, die ihr Kind verloren haben, ziehen den Statuen eine Schürze an und stellen Süßigkeit vor sie, um ihre Gefühle für ihr Kind zu zeigen.

 

zurück

© Yumetabikoubou

Kannon Bosatsu_1

Kannon Bosatsu

Bosatu mit elf Gesichtern_1

Juichimen Kannon

SenjuKannon_1

Senju Kannon

Batoukannon_1

Bato Kannon

Miroku Bosatsu in Kouryuji_1

Miroku Bosatsu im Kouryuji

Monjyu Bosatsu_1

Monju Bosatsu

Fugen Bosatsu_1

Fugen Bosatsu

Nikko Bosatsu_1

Nikko Bosatsu

Jizoubousatsu_1

Jizo Bosatsu

Gakkou Bosatsu_1

Gakkou Bosatsu

[Home] [Themen] [Kultur] [Kunst] [Literatur] [Medien] [Sumo] [Kulinarisches] [Teeweg] [Shintoismus] [Buddhismus] [Gärten] [Matsuri] [Feiertage] [Geschichte] [Reisen] [Service] [Kontakt] [Impressum]